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Finca El Cabrito
oberer Stausee
die Bananenhalle
das Herrenhaus
Terrassen
die alten Reihenhäuser

Kleine Geschichte der Finca

Um das Jahr 1900 erwarb eine reiche Familie aus San Sebastián die Finca El Cabrito. Sie bauten Terrassen und legten im oberen Teil des Tales drei Stauseen an, sodaß eine professionelle Landwirtschaft aufgebaut werden konnte. In den folgenden Jahrzehnten errichteten die Besitzer Lagergebäude und eine eigene Anlegestelle, bohrten Brunnen, und bauten El Cabrito mit Wegen, weiteren Anbauflächen und Häusern in der Form auf, wie es noch heute besteht.

Anfangs pflanzten sie vorwiegend Tomaten, und entwickelten El Cabrito zu einer der schönsten Plantagen der Insel. Bis zu 150 Menschen arbeiteten hier. Einige Arbeiter lebten mit ihren Familien in den Häusern, in denen jetzt unsere Gäste wohnen. Andere wanderten täglich von Seima und San Sebastián nach El Cabrito und abends wieder nach Hause zurück.

Durch das Vordringen billigerer Tomaten aus anderen Ländern auf den europäischen Markt verlor El Cabrito, wie die gesamten Kanarischen Inseln, nach dem Zweiten Weltkrieg seine Absatzmärkte. Deshalb stellte man Anfang der Fünfziger Jahre die Plantage auf Bananenanbau um.

Nach dem Tod des Sohnes des Ursprungsbesitzers um 1970 wurde für die Finca nur noch das Nötigste getan. So verfielen auch die Terrassen und Gebäude.

Eine experimentelle Lebensgemeinschaft, die 1972 gebildet und nach ihrem Begründer Otto Mühl (auch bekannt als Künstler des Wiener Aktionismus) benannt wurde, kaufte 1987 die Finca El Cabrito. Ihre mehr als dreihundert Mitglieder, die in ihrem Zentrum Friedrichshof bei Wien sowie in verschiedenen Städten Europas lebten, suchten nach dem Unglück von Tschernobyl einen Ort, an dem sie vorerst gemeinsam Urlaub machen und später auch leben konnten.

Mit der Absicht später selbst in El Cabrito leben zu können, widmete sich die Kommune dem Wiederaufbau des verwaisten Terrains. Sie renovierte alle bestehenden Gebäude, reparierte die Natursteinterrassen und die drei Stauseen und Brunnen und reaktivierte die Landwirtschaft. So sind viele der ursprünglichen Einrichtungen und Gebäude der alten Finca erhalten geblieben und prägen bis heute den vorindustriellen, bäuerlichen Charakter der Anlage. Zudem bauten sie eine Küche, eine biologische Kläranlage, installierten Solarenergie, moderne Bewässerungssysteme und errichteten Werkstätten, Malateliers und Büros.

Doch schon während der Wiederaufbauarbeiten waren in der Kommune Entwicklungsprozesse im Gange, die 1990 zu ihrer Auflösung führten. El Cabrito war sozusagen ihr letztes gemeinsames Projekt. Im Zuge der Auflösung wurde eine Genossenschaft gegründet und das Eigentum an El Cabrito in diese eingebracht. Jedes Kommunemitglied bekam einen gleichgroßen Anteil am gesamten Vermögen in Form von Genossenschaftsanteilen überschrieben. Otto Mühl schied kurz danach aus.

Ziel der Genossenschaft war es dann, El Cabrito zu einem sich selbst tragenden Betrieb auszubauen. Da dies mit der Landwirtschaft allein nicht ging, wurde ab Januar 1991 Personal eingestellt, um Gästebesuch auf der Anlage zu ermöglichen. Glücklicherweise zeigte sich relativ bald, daß die Mischung aus intakter Umwelt, einfachem Komfort und familienfreundlicher Abgeschiedenheit eine große Anziehungskraft auf Besucher vorwiegend aus Deutschland, Österreich und der Schweiz ausübte. Viele von ihnen wurden treue Stammgäste, und zusammen mit den Kunden von ausgewählten, auf Seminar-, Familien- und Ökotourismus spezialisierten Reisebüros sorgten sie für eine stabile Auslastung der Kapazitäten.

Im Jahr 2000 war der Hotelbetrieb so weit etabliert, daß die Genossenschaft 85% der Aktien von El Cabrito an ihre Mitglieder sowie an Stammgäste übertragen konnte. Mit dem Verkauf eines großen Grundstücks bei Santiago wurde eine zweite Investitionsphase ermöglicht, mit der weitere Einrichtungen geschaffen wurden, die heute alle Anforderungen eines zeitgemäßen Urlaubsbetriebes erfüllen können.

Unverändert ist das Ziel, in El Cabrito eine nach ökologischen Prinzipien funktionierende Umwelt zu erhalten. Die Gäste sollen vorwiegend mit den aus der Finca gewonnenen biologischen Lebensmitteln versorgt werden und an diesem besonderen Ort, Dank der abgeschiedenen Lage, eine besonders intensive Erholung genießen können.